Veröffentlicht am 23.06.2015

Hausverwalter aus Ingolstadt verurteilt

Ein Hausverwalter aus Ingolstadt wurde nun zu einer Freiheitsstrafe veruteilt, weil er Gelder von seinen Kunden veruntreut hat.Das Landgericht Ingolstadt verurteilte jetzt den Hausverwalter aus Ingolstadt, der Gelder von 30 Kunden in Höhe von 414.000 Euro veruntreut hat. Der 46-Jährige gestand seine Tat vor Gericht und bekam dafür eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und acht Monaten. Nach eigenen Angaben sei er mit seiner Hausverwaltungsfirma total überfordert gewesen und war froh, dass allem ein Ende gesetzt wurde, als die Polizei bei ihm eintraf.

Über fünf Jahre hinweg betrog der Ingolstädter seine Kunden systematisch. Alles begann, als der gelernte Gärtner eine Umschulung zum Bürokaufmann machte und sich als Unternehmer in Bayern versuchte: Er kaufte seine derzeitige Firma zu einem überhöhten Verkaufspreis. Seine Einnahmen und Ersparnisse reichten demnach nicht aus, um alle Kosten des Unternehmens zu decken. Die entstehenden Finanzlöcher füllte der Mann deswegen mit Umbuchungen von den Treuhandkonten seiner Kunden. Über Jahre bemerkten diese nichts von der Straftat und dem fehlenden Geld, was den Hausverwalter wiederum zu wiederholten Taten ermutigte. Jedoch verwendete der Unternehmenschef für eigene Zwecke dem Gericht nach nur eine Summe von 40.000 Euro, um eine eigene Immobilie zu finanzieren.
Ziel war es, die Hausverwaltung irgendwann wieder zu verkaufen. Doch auch dies gelang dem Unternehmer nicht. Im Gegenteil: Laut eines Insolvenzgutachtens bestehen noch Verbindlichkeiten von rund 600.000 Euro und auch Privatinsolvenz musste der Verurteilte bereits anmelden.

Bestraft wurde er mit einer Gefängnisstrafe wegen Untreue und Urkundenfälschung in 109 Fällen. Das Gericht ließ einige von den insgesamt 383 Fällen während des Prozesses außen vor, da es ab einer bestimmten Schadenssumme strafrechtlich keinen Unterschied mehr macht. Die zivilrechtlichen Ansprüche bleiben jedoch auch bei den übrigen Taten bestehen – jene von unter 1.000 Euro – und die ehemaligen Kunden werden ihr Geld früher oder später wieder einfordern.

Der Oberstaatsanwalt warf dem Hausverwalter zudem einen Kollateralschaden vor. Mit dem Fall der Hausverwaltung Ingolstadt hat der Verurteilte die gesamte Branche unter Generalverdacht gebracht. Medienberichte werden viele Eigentümergemeinschaften misstrauisch machen und dafür sorgen, dass Haus- und Immobilienverwalter genauer unter die Lupe genommen werden.


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