Rauchmelderpflicht

Folgendes gilt es bei der Rauchmelderpflicht

In fast allen deutschen Bundesländern greift mittlerweile die Rauchmelderpflicht. Hat man noch keinen Rauchmelder in der eigenen Wohnung installiert, sollte man sich zunächst informieren, ob die Pflicht im eigenen Wohnort schon gilt oder eventuell noch eine Übergangsphase läuft. Selbst ohne gesetzliche Verpflichtung entscheiden sich viele Menschen aus Eigeninitiative heraus für die Anbringung von Rauchmeldern. Doch wo sollten diese am besten montiert werden? Und wer sollte für die regelmäßige Wartung der Rauchmelder sorgen, um die eigene Sicherheit stets zu gewährleisten?

Rauchmelderpflicht in den einzelnen Bundesländern

Rauchmelder sind inzwischen in den meisten Bundesländern Pflicht. Viele stellen sich immer noch die Frage, ob in ihren Wohnungen und Häusern die Rauchmelderpflicht greift und in welchen Räumen die Rauchmelder anzubringen sind. Weiterhin ist nicht – auch nicht bei der Hausverwaltung – gemeinhin bekannt, welche Arten von Rauchmeldern es gibt, welche empfehlenswert sind und wie die Wartung der Geräte abläuft.
Im Folgenden erfahren Sie, in welchen Bundesländern der Einbau und die Wartung der Rauchmelder bereits vorgeschrieben sind und was es zu beachten gilt.

Rauchwarnmelder, Rauchmelder, Brandmelder – worin besteht der Unterschied?

Rauchmelderpflicht in Deutschland - Was gilt wo?Umgangssprachlich werden die Begriffe Rauchwarnmelder, Rauchmelder und Brandmelder häufig synonym verwendet.

Der Begriff des Brandmelders ist ein Sammelbegriff für technische Geräte und Anlagen, die im Falle eines Brandes einen Alarm auslösen. Neben Rauchwarnmeldern, die möglicherweise aus der eigenen Wohnung bekannt sind, gehören zu den Brandmeldern auch Wärmemelder, Brandgasmelder, Flammenmelder und viele mehr. Der umgangssprachliche Begriff „Brandmelder“ ist für das kleine runde Gerät an der Wohn- und Schlafzimmerdecke also zu weit gefasst.

Somit werden in der Fachsprache ausschließlich die Begriffe Rauchwarnmelder und Rauchmelder synonym verwendet. Der Unterschied besteht darin, dass nur bei Rauchwarnmelder der Lautsprecher für den lauten Alarmton bei Rauchentwicklung integriert ist. Ein Rauchmelder ist technisch gesehen Bestandteil einer Brandmeldeanlage, bei welcher der Alarm nicht im Gerät selbst eingebaut ist.

Wo müssen Rauchwarnmelder angebracht werden?

Um einen Mindestschutz zu gewährleisten, müssen Rauchwarnmelder in folgenden Räumen gesetzlich verpflichtend angebracht werden: Schlafzimmer, Kinderzimmer, Flur. Um optimal geschützt zu sein, werden Rauchwarnmelder in folgenden Räumen empfohlen: Dachboden, Treppenhaus (ein Rauchmelder pro Stockwerk), Wohnzimmer, Keller. Diese Anbringungspflicht von Warnmeldern wird jedoch auch für Rauchmelder Betrug missbraucht - beim Rauchmelderkauf ist daher Vorsicht geboten.

Wer ist für die Installation der Rauchmelder verantwortlich?

Wer muss Sorge tragen, dass die Rauchmelderpflicht umgesetzt wird und wer haftet, wenn Vorschriften missachtet werden? In den meisten Fällen sind die Verantwortlichkeiten für ordnungsgemäße Installation und Wartung festgelegt. So liegt es grundsätzlich in der Verantwortung des Bauherren beziehungsweise des Eigentümers, sich um die Umsetzung der Rauchmelderpflicht zu kümmern. Hierzu kann beispielsweise ein Hausmeisterservice um Unterstützung gebeten werden. In Mecklenburg-Vorpommern ist das etwas anders: Hier muss sich derjenige die Nachrüstung von Rauchmeldern vornehmen, der in der betreffenden Wohnung lebt.

Wer ist für die Wartung der Rauchmelder verantwortlich?

Ein qualitativ hochwertiges Gerät hat in der Regel eine Mindestlebensdauer von etwa zehn Jahren. Um das Risiko des Versagens im Ernstfall zu minimieren, müssen die Rauchmelder regelmäßig gewartet werden, um zu prüfen, ob alle Rauchmelder tadellos funktionieren. In Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist der Mieter gesetzlich verpflichtet, selbst dafür zu sorgen, dass die Geräte zu jeder Zeit uneingeschränkt funktionsfähig sind. In allen übrigen Bundesländern muss der Eigentümer beziehungsweise der Vermieter dafür Sorge tragen. Oftmals versuchen Vermieter, per Mietvertrag die Wartung an die Mieter abzuwälzen.

Die Rauchmelderpflicht der Bundesländer im Überblick

  • Rauchmelderpflicht Baden-Württemberg: Die Pflicht gilt für alle Neu- und Umbauten seit dem 10.07.2013. Bestehende Gebäude müssen bis zum 31.12.2014 mit Rauchmeldern ausgestattet sein.
  • Rauchmelderpflicht Bayern: Neu- und Umbauten unterliegen seit dem 01.01.2013 der Rauchmelderpflicht, bestehende Bauten ab dem 31.12.2017.
  • Rauchmelderpflicht Berlin: Es besteht keine Rauchmelderpflicht. Diese ist aber in konkreter Planung.
  • Rauchmelderpflicht Brandenburg: Es besteht die Rauchmelderpflicht für Um- und Neubauten seit dem 5. Mai 2016. DieÜbergangsfrist für Bestandswohnungen läuft noch bis zum 31. Dezember 2020.
  • Rauchmelderpflicht Bremen: Neu- und Umbauten unterliegen seit dem 01.05.2010 der Rauchmelderpflicht, bestehende Bauten seit dem 31.12.2015.
  • Rauchmelderpflicht Hamburg: Hier müssen Neu- und Umbauten bereits seit dem 01.04.2006 mit Rauchmeldern versehen werden. Bestehende Bauten unterliegen seit dem 31.12.2010 der Pflicht.
  • Rauchmelderpflicht Hessen: Für Neu- und Umbauten gilt die Rauchmelderpflicht seit dem 24.06.2005. Ältere Gebäude mussten bis zum 31.12.2014 nachgerüstet werden.
  • Rauchmelderpflicht Mecklenburg-Vorpommern: Neu- und Umbauten unterliegen seit dem 01.02.2006 der Pflicht, bestehende Gebäude seit dem 31.12.2009.
  • Rauchmelderpflicht Niedersachsen: Für Neu- und Umbauten gilt die Rauchmelderpflicht seit dem 01.01.2010, für bestehende Bauten seit dem 31.12.2015.
  • Rauchmelderpflicht Nordrhein-Westfalen: Die Rauchmelderpflicht gilt für Wohnungen, die nach dem 01.04.2013 errichtet oder genehmigt wurden, für bestehende Wohnungen besteht eine Übergangfsfrist bis zum 31.12.2016.
  • Rauchmelderpflicht Rheinland-Pfalz: Für Neu- und Umbauten gilt Rauchmelderpflicht seit dem 23.12.2003 und für bestehende Wohnungen seit dem 12.07.2012.
  • Rauchmelderpflicht Saarland: Die Rauchmelderpflicht gilt für Neu- und Umbauten, die nach dem 18.02.2014 er- oder umgebaut wurden.
  • Rauchmelderpflicht Sachsen: Seit dem 1. Januar 2016 gilt in Sachsen die Rauchmelderpflicht für alle Neubauten sowie Umbauten. Eine Regelung für Bestandswohnungen gibt es nicht.
  • Rauchmelderpflicht Sachsen-Anhalt: Neu- und Umbauten müssen seit dem 17.02.2009 über Rauchmelder verfügen. Bestehende Wohnungen müssen seit dem 1.01.2016 damit ausgestattet sein.
  • Rauchmelderpflicht Schleswig-Holstein: Für Neu- und Umbauten gilt seit dem 01.04.2005 die Rauchmelderpflicht. Für bestehende Wohnungen ist die Pflicht seit dem 31.12.2010 gültig.
  • Rauchmelderpflicht Thüringen: Für Neu- und Umbauten gilt die Rauchmelderpflicht seit dem 29.02.2008, für bestehende Wohnungen ab dem 31.12.2018

Übersicht Bundesländer

Tipp: Prüfen, in welchem Bundesland welche Regeln zur Rauchmelderpflicht geltenInformieren Sie sich umfassend über die Bestimmungen zur Rauchmelderpflicht in Ihrem eigenen Bundesland. Beugen Sie für Ihren eigenen Schutz vor. Denn ein Rauchmelder rettet – richtig installiert und regelmäßig gewartet – immer wieder Leben und verschafft Ihnen im Notfall den entscheidenden Vorsprung, Ihr Leben zu schützen.

Checkliste für die Erfüllung der Rauchmelderpflicht für Eigentümer und Vermieter

Planung des Rauchmelder-Einbaus

  • Räume festlegen
  • Geräte auswählen und kaufen
  • Bewohner informieren

Einbau der Rauchmelder

  • Handwerker beauftragen
  • Montagen und Anfahrten planen
  • Termine mit den Bewohnern abstimmen
  • Rauchwarnmelder gemäß Herstellerangaben beziehungsweise DIN installieren
  • Bewohner einweisen und Bedienungsanleitung übergeben

Durchführung der jährlichen Inspektion und Wartung

  • Prüfungen und Anfahrten planen
  • Erneute Termine mit Bewohnern vereinbaren
  • Funktionsfähigkeit und Warnsignale der Rauchmelder kontrollieren
  • Umfeld von mindestens 50 Zentimeter um jedes Gerät auf Hindernisse überprüfen
  • Prüfergebnisse lückenlos dokumentieren und archivieren
  • Falls erforderlich, Wartung durchführen und gegebenenfalls Batterien austauschen
  • Störungen jederzeit entgegennehmen und schnellstmöglich beseitigen

Welcher Arbeitsaufwand kommt auf Sie zu

Der Arbeitsaufwand für die Installation und Wartung der Rauchmelder beläuft sich in etwa auf folgende Kosten – empfohlen von Fachkreisen zum Thema Rauchmelderpflicht

  • 10 Wohnungen: 1 Arbeitstag
  • 50 Wohnungen: 2-3 Arbeitstage
  • 200 Wohnungen: 7-9 Arbeitstage

Bei den Angaben handelt es sich lediglich um Schätz- beziehungsweise Durchschnittswerte. Der tatsächliche Arbeitsaufwand kann je nach Liegenschaft, Gebäudetyp und Nutzeinheit abweichen.

Fazit

Beachten Sie, dass in Deutschland die Bauordnungen der Bundesländer regeln, ob bei Neubauten oder Umbauten Rauchmelder eingebaut und wann diese bei bestehenden Bauten nachgerüstet werden müssen. Diese Bestimmungen differieren stark.
Wenn Sie in der Einbau- und Wartungspflicht der Rauchmelder sind: Dokumentieren Sie sorgfältig alle Arbeiten – so können Sie stets den Nachweis über Ihre Sorgfalt erbringen.