Hauskauf

Tipps für den Haus- und Wohnungskauf

Was Sie beim Wohnungs- und Hauskauf beachten sollten

Ein Haus- oder Wohnungskauf ist meist mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden. Damit zusätzliche Aufwendungen aufgrund von Fehlern und falscher Beratung vermieden werden, ist es ratsam, sich im Vorfeld gut zu informieren und genau hinzusehen. Denn in Kaufverträgen findet sich oft die Klausel „gekauft wie es steht und liegt – unter Ausschluss jeder Gewährleistung“.
Jeder Fehler oder Störfaktor, der später ans Licht kommt, geht meist zu Lasten des Käufers.
Die nachfolgende Zusammenstellung der wichtigsten Einzelheiten bezüglich eines Immobilienkaufs soll dabei helfen, finanzielle Verluste und Enttäuschungen zu vermeiden. Die meisten der genannten Punkte waren nämlich bereits Gegenstand von Gerichtsprozessen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, bereits bei der ersten Besichtigung beziehungsweise der Anbahnung des Kaufes, Sinnesorgane wie Nase, Augen und Ohren zu aktivieren und so viel wie möglich von der Umwelt aufzunehmen.

Grundsätzlich ist zum Thema Haus- oder Wohnungskauf jeder gut damit beraten, eine ortsansässige Interessenvertretung für Haus- und Wohnungseigentümer aufzusuchen beziehungsweise bereits zum Zeitpunkt der Kaufentscheidung eine Mitgliedschaft zu beantragen.

Haus oder Eigentumswohnung?

Zunächst stellt sich die Frage, welche Art von Eigentum gekauft werden soll: Reihenhaus, Geschosswohnung oder Eigentumswohnung? Oft wird übersehen, dass Eigentümer nur von echten, also freistehenden Einfamilienhaus schalten und walten können, wie sie wollen. Schon das Reihenhaus wirft Probleme auf: Der eine hat sich dort niedergelassen, weil er Ruhe haben möchte. Der andere möchte seinen Lebenstraum verwirklichen und endlich nach Herzenslust – ohne sich an feste Zeiten halten zu müssen – Klavier spielen. Sicherlich wird dies bei den Nachbarn bald Ärger auslösen und einen Streit entfachen. Am wenigsten Freiheit bietet die Eigentumswohnung. Allerdings ist sie preislich oft am günstigsten. Besitzer von Eigentumswohnungen hören oft den Spruch: Die Eigentumswohnung verknüpft die Nachteile des Mietverhältnisses mit den Nachteilen des Eigentums.

Immobilienmakler einschalten?

Beim Hauskauf kann ein Makler helfen, allerdings entstehen dadurch zusätzliche Kosten.Gegen das Hinzuziehen eines seriösen Maklers, der im Immobilienverband Deutschland organisiert ist, bestehen keine Bedenken. Wie auch für den Mietvertrag gilt hier: Jede Vereinbarung sollte schriftlich festgehalten werden. Außerdem ist es ratsam, den Auftrag des Maklers zeitlich zu begrenzen. Kommt es nicht zum gewünschten Ergebnis, so kann ohne weiteres auf einen anderen Makler ausgewichen werden. Daher sollten man die Kündigungsfrist vor dem Vertragsabschluss genau festlegen. Ebenso wie das Thema Provision und deren Aufteilung. Denn seit der Neuregelung ist es nicht mehr selbstverständlich, dass diese vom Käufer allein bezahlt wird.

Objektbesichtigung

Hat sich ein interessantes Objekt aufgetan, wird ein Besichtigungstermin vereinbart. Am besten nimmt man diesen nicht alleine, sondern gemeinsam mit einem Bekannten wahr. Ihre Begleitperson sollte allerdings in keinem direkten Verwandtschaftsverhältnis zu Ihnen stehen. Sollte es im schlimmsten Fall zu einer Zeugenaussage vor Gericht kommen, kann dieser Aspekt enorm wichtig werden.

Besichtigung an Regentagen

Es bietet sich an, das Objekt an grauen und verregneten Tagen zu besichtigen. Findet man auch trotz weniger guter Laune Gefallen an der Wohnung, kann man getrost zuschlagen.

Lage und Nachbarschaft

Das wichtigste Kaufkriterium bei einem Haus ist für viele die Lage. Fast alles andere lässt sich auch im Nachhinein noch ändern. Zur Wohnlage zählt auch das Umfeld, also die Nachbarschaft und deren Gewohnheiten. Man sollte also auch die Nachbarn in vielerlei Hinsicht in Augenschein nehmen: Geruch, Lärm, Rauch, Qualm, Ruß, Tiere, usw. Wenn die Besichtigung am Wochenende abgehalten wird, sollte man sich das Umfeld auch an einem Wochentag ansehen. Mit dem Haus oder der Wohnung wird die Nachbarschaft sozusagen mitgekauft, deswegen ist eine Arrangement mit diesen von Vorteil. Wird das Objekt zusätzlich von einer Hausverwaltung betreut, sollte man auch mit dieser einen Termin zum ersten Kennenlernen vereinbaren.

Genau hinhören

Das Gehör lässt sich genauso wenig einfach abschalten wie das Riechen mit der Nase. Lärm wird immer bewusst wahrgenommen – außer im Schlafzustand. Lärm kann wache Menschen belästigen und auf Dauer sogar krank machen. Wenn Menschen ständig einer individuell empfundenen Lärmbelästigung ausgesetzt sind, sind Schlafmangel und Gereiztheit die Folge. Man sollte aus diesem Grund genau hinhören und auf Störfaktoren achten - auch an unterschiedlichen Tageszeiten und Wochentagen.

Bauschäden und Baumängel

Als Laie übersieht man oft Schäden, die von einem Fachmann sofort als Baumangel erkannt würden. Genaues Hinsehen kann entscheidend sein, um sich im Nachhinein nicht über Kosten für Reparaturen oder Sanierungen zu ärgern, die hätten vermieden werden können. Ein Baufachmann oder ein Handwerker, der das Haus oder die Wohnung auf ihren baulichen Zustand zu begutachten, kann hier von Vorteil sein.

Die Rechte der anderen

Neben Baumängeln und nervigen Nachbarn können Eigentümern auch die Rechte Dritter das Leben schwer machen. Der Eigentümer hat zwar ein sogenanntes uneingeschränktes Herrschaftsrecht über das Eigentum, allerdings lässt sich mit diesem nicht willkürlich verfahren. Das Recht über Eigentum unterliegt gewissen zivilrechtlichen Beschränkung – die Rechte Dritter müssen gewahrt bleiben. Das sind zum Beispiel Wegerechten oder Grunddienstbarkeiten; hinzu kommen auch Leitungsrechte für Strom, Gas und Wasser. Vor dem Hauskauf empfiehlt es sich daher einen Blick ins Grundbuch zu werfen, in dem die Rechte Dritter eingetragen sind.

Denkmalgeschützt?

Umbaumaßnahmen sind bei denkmalgeschützten Gebäuden weitestgehend ausgeschlossen beziehungsweise nicht ohne Genehmigung möglich. Aus diesem Grund sollte man sich vorab vergewissern und den Verkäufer oder Berater fragen. Liegt kein Denkmalschutz vor, kann der Käufer einen schriftlichen Nachweis vom Verkäufer verlangen, um regelmäßigen und oft kostspieligen Instandhaltungskosten aus dem Weg zu gehen.