Stromanbieter wechseln

Auch für Hausverwaltungen ein Thema

Stromanbieter wechseln um Energiekosten zu sparenDie Strompreise für private Verbraucher sind seit dem Jahr 2004 um rund 70 Prozent gestiegen. Ein Haushalt mit drei Personen und einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh/Jahr zahlt laut Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) dementsprechend inzwischen 421 Euro mehr pro Jahr. Diese Rechnung kommt zusätzlich zur Nebenkostenabrechnung.

Auch für eine Hausverwaltung ist das Thema Strom sparen relevant, denn sie sind verpflichtet, den Eigentümern für den Gemeinschaftsstrom einen Wechsel zum günstigeren Anbieter zumindest anzubieten. 

Strompreisrechner

Ob TV-Werbung oder Newsletter im E-Mail-Postfach: Man wird als Verbraucher ständig aufgefordert, die Strompreise zu vergleichen, um zum beworbenen Stromanbieter zu wechseln. Dabei senden die Anbieter einen Strompreisvergleichsrechner gleich mit oder machen auf Ihre Website aufmerksam. Das Prinzip ist einfach: Es sind lediglich Größe, Personenanzahl und jährlicher Verbrauch einzutragen und schon erhält man die möglichen Einsparungen bei den jeweiligen Stromanbietern aufgezeigt.

Wie gut sind die Vergleiche?

Die Preise unterschiedlicher Stromanbieter zu vergleichen, lohnt sich.Der Anreiz zum Wechseln ist groß, kann man doch mehr als 300 Euro im Jahr sparen. Aber: Sind die Stromanbieter denn wirklich so günstig oder zahlt man laut Abrechnung doch genauso viel wie beim jetzigen, meist örtlichen Grundversorger? Das Einzige was ein Verbraucher tun kann, ist den Vergleich zu hinterfragen und gegebenenfalls weitere Kriterien für einen individuelleren Vergleich heranziehen. Ebenso sind versteckte Kosten zu eruieren, wie Wechselkosten oder die Dauer der Vertragsbindung beim neuen Anbieter. Auch der Wohnort ist entscheidend.

Regionale Preisunterschiede

Betrachtet man die Preisentwicklung im Jahr 2011, gab es in Deutschland einen Anstieg der Strompreise von durchschnittlich sieben Prozent zum Vorjahr. Durchschnittlich heißt, die Summe der Differenz der Preiserhöhung dividiert durch die Anzahl der Länder. Ein Vergleich der Preisentwicklung bei den einzelnen Bundesländern zeigt starke regionale Unterschiede. Baden-Württemberg verzeichnete eine Preissteigerung von deutlich höheren neun Prozent. Am teuersten für die Verbraucher war der Strom im Jahr 2011 jedoch in den neuen Bundesländern.

Wechseln lohnt

Auch 2012 stiegen die Preise weiter. Das Jahr 2013 verzeichnete einen Anstieg von rund 14 Prozent. Allerdings nicht ohne Vorteile: Der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter wurde auch durch die Rahmengesetzgebung der Bundesregierung stark vereinfacht. Es zeigte sich seitdem, dass sich richtiges Vergleichen lohnt: Es kann richtig gespart werden!

Tarifdschungel leicht gemacht

Deutsche Verbraucher haben seit der Liberalisierung des Energiemarktes im Jahr 1998 die freie Wahl des Stromanbieters. Gerade in den letzten Jahren – bedingt durch kontinuierlichen Tarifpreisantieges der örtlichen Stadtwerke – strömte eine Vielzahl an alternativen Versorgern auf den Markt. Am größten ist der Zuwachs von regional tätigen Energieversorgern. Waren es 2011 noch weniger als 1000 Stromanbieter, sind es 2013 bereits mehr als 1.000. Noch rasanter gestiegen ist das Angebot an unterschiedlichen Tarifen: Verbraucher stehen vor einer Auswahl von ingesamt mehr als 12.500. Dies gilt allerdings nur in der Theorie, denn faktisch sind viele Stromanbeiter regional begrenzt tätig. Dennoch bleibt ein Angebot von durchschnittlich über 150 Tarifen pro Standort.

Wichtig zu wissen

Stromanbieter sollte man regional vergleichen Nicht jeder Stromanbieter beliefert alle deutschen Regionen. Dennoch haben Verbraucher an ihrem Standort durchschnittlich etwa 150 verschiedene Tarife zur Auswahl.

Vergleichen Sie Tarife und Anbieter, um Regressansprüche der Eigentümer zu vermeiden, genauso, wie Sie Ihre Nebenkostenabrechnung prüfen sollten! 

Auf diese Kriterien sollten Sie beim Wechsel achten

Hausverwaltungen sollten die Kosten für den Gemeinschaftsstrom gering halten.Neben dem Preis unterscheiden sich die Angebote vor allem durch die Tarifausgestaltung und den Service. Achten Sie sowohl auf kurze Vertragslaufzeiten als auch auf kurze Kündigungsfristen. Weitere wichtige Kriterien sind Festpreise oder Preisgarantien, die sich über die gesamte Erstvertragslaufzeit erstrecken. Werfen Sie für Hinweise auf den Service des potenziellen Vertragspartners immer auch einen Blick auf Erfahrungen und Bewertungen von Wechselkunden in verschiedenen Foren oder auf Verbraucherportalen. Zusätzlich sollten Sie sich vor einem Wechsel über ein Webportal über diese Portale informieren. Auch hier empfiehlt es sich, sich einen Überblick über die Tarifanalysen der Verbraucherportale und verschiedenen Erfahrungen und Empfehlungen bezüglich eines Wechsels über eines der Portale zu verschaffen.

Wichtig für Hausverwaltungen und Eigentümer

Hausverwaltungen sollten sich um den günstigsten Stromanbieter bemühen – das besagt das Wirtschaftlichkeitsprinzip. Denn auch der Gemeinschaftsstrom kostet Geld und Eigentümer können Hausverwaltungen dazu verpflichten, den Stromanbieter zu wechseln. Sind den Eigentümern unnötig hohe Stromkosten enstanden, weil die Hausverwaltung es versäumt hat, einen günstigeren Stromanbieter zu suchen, können die Eigentümer Regressansprüche anmelden.