Nebenkostenabrechnung von A-Z: Schornsteinreinigung und Hausreinigung

Veröffentlicht am 12.04.2016

Kosten für die Schornsteinreinigung können genau wie jene für die Hausreinigung in der Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umgelegt werden.Wenn die Kosten für den Schornsteinfeger nicht über die Heizkostenverordnung abgerechnet werden, darf der Vermieter sie nach Paragraf 2 Betriebskostenverordnung in der Nebenkostenabrechnung auf den Mieter umlegen. Bei der Schornsteinreinigung fallen zum einen Aufwendungen durch die Kehrgebühren an, also für die tatsächliche Reinigung, zum anderen für die Emissionsmessung, bei welcher der Schadstoffausstoß der Heizung überprüft wird. Diese Kosten sind nach der Gebührenverordnung der Schornsteinfeger festgelegt und in allen Regionen Deutschlands gleich. Sowohl Mieter als auch Vermieter sollten daher ihre Nebenkostenabrechnung prüfen und kontrollieren, ob dieser Betrag abweicht. Die Gebührenordnung kann dazu beim Bezirksschornsteinfeger oder der zuständigen Hausverwaltung eingesehen werden.

Ein Schornstein muss in der Regel alle zwei bis drei Jahre gereinigt werden

Nach der Bundesimmissionsschutzverordnung ist für raumluftunabhängige Ölbrennkessel und Heizwertkessel alle zwei Jahre eine Immissionsmessung vorgesehen. Modelle, die nicht älter als zwölf Jahre sind, müssen sogar nur alle drei Jahre kontrolliert werden. Außerdem müssen laut Bundeskehrordnung alle raumluftunabhängigen Feuerstätten alle zwei Jahre einer Abgaswegeprüfung unterzogen werden, bei welcher der CO2 -Ausstoß der Heinzanlage gemessen wird. Handelt es sich um selbstkalibrierende Feuerstätten, ist diese Prüfung nur alle drei Jahre nötig.

Auch die Treppen- und Hausreinigung kann umgelegt werden

In einem Mietshaus müssen neben dem Schornstein auch das Treppenhaus und die Flure regelmäßig gereinigt werden. Die dafür anfallenden Kosten dürfen ebenfalls nach Betriebskostenverordnung als Nebenkosten auf den Mieter umgelegt werden. Hauptsächlich fallen dabei die Lohnkosten der Gebäudereinigung an. Hat der Vermieter eine Reinigungskraft angestellt, beinhaltet der Kostenaufwand neben dem Lohn alle weiteren Lohnnebenkosten. Kümmert sich jedoch der zuständige Hausmeisterservice um die Säuberung der gemeinschaftlich genutzten Gebäudeteile, fallen neben den regulären Hausmeisterkosten keine weiteren Aufwendungen an. Auch wenn der Eigentümer selbst die Treppen- und Hausreinigung übernimmt, kann er die Arbeitsleistung in der Nebenkostenabrechnung umlegen.

Auch Mieter können die Gebäudereinigung übernehmen

Der Vermieter kann im Mietvertrag mit seinen Mietern vereinbaren, dass diese die Hausreinigung selbst abwechselnd durchführen müssen. In diesem Fall entstehen keine Kosten. Gibt es hierzu aber keine verpflichtende Klausel, ist es zulässig, dass der Eigentümer nach Belieben eine Reinigungskraft beauftragt. Weigert sich ein Mieter seinen Reinigungspflichten nachzukommen, obwohl diese im Mietvertrag festgelegt wurden, oder vernachlässigt er seine Aufgaben, ist es dem Vermieter ebenfalls erlaubt, eine Gebäudereinigung einzustellen und die dadurch entstandenen Kosten dem betroffenen Mieter als Schadensersatz in Rechnung zu stellen.

Putzmittel und übermäßige Verschmutzung

Zur ordnungsgemäßen Reinigung des Mietobjekts benötigt man Putzmittel. Diese dürfen in der Nebenkostenabrechnung auf den Mieter umgelegt werden. Nicht dazu gehören jedoch Putzgeräte oder Maschinen. Zudem dürfen nur regelmäßige Reinigungsarbeiten umgelegt werden. Übermäßige und außergewöhnliche Reinigungsmaßnahmen – diese treten beispielsweise infolge von Baumaßnahmen oder dem Aus- beziehungsweise Einzug einer Mieteinheit ein – zählen nicht dazu und müssen folglich vom Vermieter getragen werden.