Haushaltsauflösung – Falscher Keller leergeräumt

Veröffentlicht am 22.03.2016

Einer Mieterin wurde unwissentlich der Keller leergeräumt – von einem Unternehmen für Haushaltsauflösungen. Jetzt streitet man sich um die Schuldfrage.Eine Mieterin aus Bremen wollte nur das Geburtstagsgeschenk für ihren Sohn aus dem Keller holen, doch dann erlitt sie den Schock ihres Lebens: Der Kellerraum war leer. Wintersachen, Weihnachtsschmuck, Akten, Zeugnisse und der Laptop, den die Bremerin verschenken wollte – alles war weg. Der Hausverwalter hatte eine Entrümpelungsfirma für eine Haushaltsauflösung beauftragt. Als diese sich dann dem Keller einer Verstorbenen widmen wollte, verwechselten die Mitarbeiter die Räume. Auf diese Weise entstand ein Schaden im vierstelligen Bereich, doch die Hausverwaltung weigert sich noch dafür aufzukommen.

Eigentlich sollte das Entrümpelungsunternehmen den Keller einer verstorbenen Nachbarin ausräumen, doch scheinbar passte der zugehörige Schlüssel auch zum Raum einer anderen Mieterin: Diese fand am Abend nur noch leere Regale vor. Sie erinnert sich an den Tag, erzählt die Bremerin. Sie ist den Handwerkern sogar noch im Treppenhaus begegnet und hatte sie freundlich gegrüßt. Zu diesem Zeitpunkt waren es allerdings nicht die Möbel ihrer ehemaligen Nachbarin, welche die Handwerker abtransportierten. Der Schaden wird auf rund 9.000 Euro geschätzt, aber niemand möchte dafür aufkommen – weder die Hausverwaltung noch die beauftragte Firma.

Der Hausverwalter forderte zunächst eine Liste aller Gegenstände, die sich in dem Kellerraum befanden. Doch diese genügte nicht, um dem tatsächlichen Schaden auf den Grund zugehen, weswegen die Mieterin Quittungen vorlegen sollte – natürlich hatte die Bremerin längst nicht mehr alle Belege zur Hand. Aber zumindest den Kauf des Laptops konnte sie so bestätigen und auch die teure Küchenmaschine ließ sich belegen. Dann jedoch der nächste Schock: Die Hausverwaltung wird keinerlei Zahlungen leisten, da sich laut Angaben der Entrümpelungsfirma im Keller ausschließlich wertlose Gegenstände wie Blumentöpfe und Stühle befanden.

In solchen Fällen liegt die Beweispflicht tatsächlich beim Mieter, erklärt ein Rechtsanwalt des Mieterschutzbunds. Vergleichen kann man diesen Sachverhalt mit einem Einbruch: Auch in diesem Fall muss der Versicherung erst belegt werden, welche Dinge abhanden gekommen sind, ehe diese Rückzahlungen leistet. Die Bremerin benötigt deswegen am besten Zeugen, welche die Liste der fehlenden Gegenstände tatsächlich bestätigen können. Sie hat sich deswegen schon an eine Freundin gewendet, die ihr beim Umzug geholfen hatte. Auch einen Anwalt hat sie sich bereits genommen und den Vorfall der Polizei gemeldet. Das Entrümpelungsunternehmen und die Hausverwaltung hätten sich hingegen noch nicht einmal entschuldigt.